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29.04.2021:    Bundesverfassungsgericht gibt der Klimapolitik einen zwingend einzuhaltenden Maßstab vor.
                                       Näheres Interpretation und Kommentar / Kernaussagen-BVG-Urteil.pdf


Grafik aus 2016 von Gerhard Mester zum Klimawandel, ,
trotz der Verkündungen des neuen Koalitionsvertrags noch immer passend, s. folgende Information:


Die weit überwiegende Mehrheit aller Klimawissenschaftler ist der Überzeugung: Soll die globale Erderwärmung auf 1,5°C begrenzt werden, dürfen mit sehr hoher Sicherheit alle Länder ab jetzt in der Summe nur noch eine Restmenge von 500 Mrd. t CO2 (das sog. verbleibende globale CO2-Budget) emittieren.

                                         
                                                            Quelle: Beitrag von Stefan Rahmstorf "Deutsche Klimaziele - Ebbe auf dem CO2-Konto" spiegel/wissenschaft, 5.7.2022

Von der noch möglichen Restmenge an CO2-Emissionen in Höhe von 500 Mrd. t CO2 entfallen auf Deutschland gemäß Anteil an der Weltbevölkerung (1,05%) 5,25 Mrd. t. Wegen der Vorjahre und da im Jahr 2021 davon rd. 0,675 Mrd. t CO2 emittiert wurden,lautet die Konsequenz: Deutschland müsste bei einem "Weiter so" schon ab Ende 2030 klimaneutral wirtschaften und leben, könnte das anteilige 1,5°-Ziel allerdings nur noch mit einer 50:50-Chance erreichen. Das bisherige Ziel der Bundesregierung, erst 2045 Klimaneutralität zu erreichen, wird ihrem rechtlich relevanten Versprechen, die nötigen anteiligen Anstrengungen zur globalen Begrenzung der Erwärmung auf 1,5°C zu erbringen, in keiner Weise gerecht.


Gelingt es der Weltgemeinschaft nicht, schleunigst vom roten Emissionspfad (s. Grafik) wenigstens auf den gelben zu wechseln, ist eine Erwärmung um 3° und mehr eher wahrscheinlich als unwahrscheinlich. Eine durchschnittlich um 3°C wärmere Welt gab es nach heutiger Kenntnis zuletzt vor drei Millionen Jahren. Bei +3° würden nach uns kommende Generationen mit einer Erde zurecht kommen müssen, wie wir sie nicht kennen:.
                  (vgl. Teil I "Heißzeit voraus" des Aufsatzbandes von Klaus Wiegandt (Hrsg.), 3 Grad mehr - Ein Blick in die Heißzeit und wie uns die Natur helfen kann, sie zu                     verhindern, München 2022, zunächst bes. S. 13-30: Kap. "Klima und Wetter bei 3 Grad mehr" von Stefan Rahmstorf; dort entsprechende Quellenangaben)

  • Bei 3 Grad durchschnittlicher globaler Erwärmung ist in Deutschland eine Erwärmung um 6 Grad zu erwarten (der Grund: Landgebiete haben sich bisher doppelt so schnell erwärmt wie der globale Mittelwert). Damit wäre Berlin dann mindestens so warm wie Madrid heute (durchschnittliche Juli-Temperatur 2001-2020: Berlin 18,6°, Madrid 25,5 °C). Für die heimische Tier- und Pflanzenwelt und damit für die Land- und Forstwirtschaft wird das sehr schwerwiegende Folgen haben.

  • Noch gravierender werden die Folgen der heißesten Jahrestage sein. Schon der Sommer 2003, damals ein "Jahrhundertsommer" genannt, hat in Europa rund 70.000 Hitzetote gefordert.
  • Aufgrund der steigenden Temperaturen wird sich - zwangsläufig, weil physikalisch bedingt - das Wettergeschehen verändern. Es wird lang anhaltende Dürreperioden geben mit verdorrten Ernten bzw. Hungersnöten, steigende Waldbrandgefahr wegen trockener Wälder, vermehrtes Artensterben in der Tier- und Pflanzenwelt und vieles mehr. Zugleich wird die Anzahl von kurzzeitigen Extremniederschlägen mit zerstörerischen Überschwemmungen zunehmen und eine Veränderung der atmosphärischen Dynamik kommen, die zu weit mehr an heftigsten Stürmen führt als bisher.

  • Der Meeresspiegelanstieg - seit dem späten 19. Jahrhundert rund 20 Zentimeter - wird proportional zum Temperaturanstieg zunehmen. Massiv verstärkt wird dieser Vorgang durch die sich verstärkende Schmelze des Landeises. Ab einem bestimmten Punkt (Kipppunkt = eine Umkehrung des Geschehens ist in menschlichen Zeiträumen nicht mehr möglich), wahrscheinlich zwischen 1 und 3 Grad globaler Erwärmung, wird das Grönlandeis vollkommen schmelzen. Sein völliger Verlust wird den Meeresspiegel um ca. 7 Meter ansteigen lassen. Für das vollständige Schmelzen des Westantarktischen (schwimmenden) Eisschilds legen Studien nahe, dass der Kipppunkt dort schon überschritten ist. Die langfristige Folge: zusätzliche 3 Meter Meeresanstieg.

  • Zu weiteren möglichen Kipppunkten und zum Risiko, dass kritischen Punkte des Erdsystems kaskadenartig wie aufgereihte Dominosteine "umkippen" und so eine unaufhaltsame Entwicklung in eine lebensfeindliche Heißzeit beschleunigen könnten, siehe Rahmstorf, a.a.O.

    Niemand kann heutzutage genau sagen, wie eine 3 Grad wärmere Welt tatsächlich aussehen wird. Aber die wissenschaftliche Forschung lässt mit großer Wahrscheinlichkeit erwarten, dass diese Erde für die Menschen und alle Lebewesen, die sie erleben müssen, voller Schrecken wäre. Die in den letzten Jahren weltweit zunehmenden Wetterextreme und ihre Folgen sind nur eine Andeutung dessen, was in Zukunft zu befürchten ist. Zur Verhinderung dieses Szenarios müssen wir uns enorme Veränderungen unseres Lebens und Wirtschaftens zumuten - gegen viele andere auch berechtigte Interessen -, weil unsere Gesellschaft als Ganze jahrzehntelange Warnrufe nicht genügend ernstgenommen hat. Wir müssen so schnell wie möglich CO2-neutral leben - egal, ob es um das 1,5° oder das 2°-Ziel geht.

    Noch ist die Entwicklung hinein in eine Heißzeit aufzuhalten - wir müssen es nur wollen und endlich mit Hochdruck das nötige Handeln regeln und beginnen!